Marquez, für "Die unglaubliche und traurige Geschichte von der einfältigen Eréndira und ihrer herzlosen Großmutter", die sich seit zwanzig Jahren in einer meiner Gehirnwindungen festgebissen hat und dort auch nicht wieder weggeht und auch für alles andere,

Proust, denn er kann nichts dafür, dass die ganzen verschissenen Kulturschlampen auf ihn stehen.

Er ist wirklich gut.

Matt Ruff, für das gewaltige, saftige Big Badaboum seiner Figuren,

Michel Houellebecq, für die exakte Beschreibung entmenschlichter Monaden, die ja schließlich auch nichts dafür können, einem aber ein Gefühl dafür  vermitteln, wie es im vorderen Schläfenlappen eines toten Autisten aussieht,

VanGogh, weil seine Bilder tanzen und Bewegung ist gleich Zeit, Musik ist der Rhythmus des Lebens und der Wahnsinn ist nah, das macht aber nichts, außerdem gehört er gar nicht hierher, das macht aber auch nichts,

Paul Auster, für den mysteriösen Zusammenhang aller Dinge, den man so unbedingt verstehen will, aber es klappt nie ganz,

Agota Kristof für Klarheit, so kristallin und abgespeckt, dass die Raumtemperatur sinkt,

 

 

 

 

 

 

Toni Morrison, weil ich mich auf ihrem Schoß einrollen möchte und endlich in Sicherheit wäre, denn sie würde alles, alles verstehen,

 

 

 

 

 

 

 

Canetti für die empörende Fackel der Dummheit,

Kundera für das anrührende Winken,

Dostojewsky für das Totenhaus und alle, die sagen er sei etwas für junge Leser sind von zombieartiger Dämlichkeit,

Ransmayer für seine wellenrollende Wortgewalt,

Kehlmann für das feine Erzählen,

Klaus Mann für sein Verzweifeln an Menschen mit lockerer Moral,

Tolstoj, weil er das Leben verstanden hat und es einem sehr freundlich erklärt und eigentlich möchte man gerne, dass er und Toni Morrison in einem hübschen, zugewachsenen Häuschen leben und es dort nach Holz und Flieder riecht und dass man sie immer besuchen kann, dort in ihrem Häuschen und wenn man es tut scheint jedes Mal die Sonne und wenn man wieder geht, ist man satt, geliebt und klüger als vorher,

und außerdem möchte ich zu einer Teegesellschaft mit Böhme, Keppler und Emerson als Hutmacher, Haselmaus und Märzhase eingeladen werden und ich,

ich möchte Alice sein.

 

 

 

 

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