LARA BANDILLA

Vita / Presse

Ein Blick über schwereloses Wasser, klare, zauberhafte Weite, ein Horizont aus weißem Gold, Tor in die Unendlichkeit, eine ewige blaue Stimme,

Eine Herde von Bergen, die durch das Wasser ziehen, Buckel der Zeit, zernarbte Rücken, die sich an Sonne und Mondlicht scheuern,

Vögel, Tänzer über dem Erdball, die raue, weiße Anmut der Möwen, das schwarze, schnelle Gleiten der Mauersegler, die den Himmel schneiden mit ihrem Schrei,

Die Strahlen der Sonne unter Wasser, brechendes Glas aus Licht, flüssiger Kristall, in blauer Kühle treibend,

Wolken, die Seelen toter Berge, die ab und zu vorüberziehen, um unter sich die harten, großen Felsen liegen zu sehen, die sie selbst einst waren,

Und über allem und durch alles immer wieder die blinde Weite, Wasser wie Himmel, Meer aus Luft,

eine ewige blaue Stimme.

Liebe Lara,

 

heute war ein wunderschöner Tag hier. Alles roch ginstergelb mit Kräutern durchweht, dazu ein Wind, der wie ein junger Hund über die Hügel hechelte - du hättest es geliebt.

Wann kommst du wieder nach Hause?

 

Wir vermissen dich.

 

 

Lara,

 

heute ganz früh am Morgen war das Meer glasblau, glatt, sauber, darüber ein keuscher Himmel ganz zart und leicht, Berge und Küste ein einziger Tierleib aus weißgrauem Rauch und dann kam sie, fraß die Frische der Luft, zog sich, mit lauter Zähnen wie Schwerter lachend über den Berg, der Tag versank in Hitze.

 

Man vergißt das nicht, weißt du das?

 

Du  vergißt es nicht.

Du schreibst, es tut dir nicht gut, wenn du zu viel an uns denkst.

Was tut dir nicht gut daran, an uns zu denken? Wir wollen, dass du an uns denkst, Lara, wir alle hier wollen, dass du jede Stunde des Tages in deiner kalten, großen Stadt an uns denkst, wir wollen, dass du Bilder über uns malst, Bücher über uns schreibst, wir wollen, dass du anderen von uns erzählst, damit sie auch an uns denken, wir wollen, dass du unser Lied singst, von Morgens bis Abends, weil du uns gehörst, Lara,ganz und gar uns und du wirst es

Was soll das heißen, du meldest dich ab jetzt nicht mehr?

 

 

 

Glaubst du, dass du uns dadurch vergessen kannst?

 

 

 

 

Lara!

 

Wie schön, wieder von dir zu hören!

 

Wir wußten, das du dich wieder meldest, wir alle wußten es!

Dieser Tage duftet es hier nach wilden Feigen und der  Oleander fragt an, ob er nicht ein schönes Motiv für dich wäre? Du könntest kommen, die Mispeln würden sich auch beeilen, rechtzeitig für dich reif zu werden.

Wir freuen uns auf dich!

Die Mispeln haben allen großartig geschmeckt!

 

Und es kommen so viele Menschen von überall her hierhin - sie gehen durch die Berge, genau die Wege, die dir so gefallen und sie schnuppern in den Abendwind und sind so begeistert und glücklich, dass mittlerweile wir hier anfangen dich zu vergessen...

 

Weißt du, Lara, du kannst hinziehen wo du willst, du kannst in Städten leben oder in Elfenbeintürmen - du wirst uns nie vergessen.

Nie.

 

Bis irgendwann...

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