LARA BANDILLA

Die Aussaat ist eine Kurzgeschichte, die ich im Sommer 2017 geschrieben habe.

Sie handelt von einem Außenseiter, der seine ganz eigene Wirklichkeit zur Wahrheit erklärt und die allgemeingültige Realität damit zu unterwandern versucht.

Es war Sommer, als die Realität noch einmal kurz aufflackerte.

Dann verschwand sie ein Liedchen summend um die nächste Ecke.

Ich merkte das. Und hätte ihr vielleicht sogar höflich nachgewunken, hatte aber beide Hände voll mit ziemlich schweren Einkaufstüten und stand darüberhinaus noch an einer unübersichtlichen Kreuzung der Schloßstraße, die wahrscheinlich der Vorhof zur Hölle ist.

Ich war die Rolltreppen hinunter in das Untergeschoß des Einkaufszentrums gefahren, tief hinunter in das offene Maul, das süßliche Luft ausatmete und sie alle fraß, alle. Mütter, Kinder, Junge, Alte, Große und Kleine, alle markiert mit dem klebrigen Geruch von synthetischer Kleidung, auf daß die Dämonen dieser ersten Hölle sie auch gleich fanden. Weich sank die Menschheit im Untergeschoß auf die tausend Sessel der Freßhallen, immer zu weich in der Leibesmitte, das ganze komische Essen ließ das Fleisch schwach über der Hüfte hängen. Das Sonnengeflecht erlahmt, ein schwaches Leuchten nur, das Licht heimlich weggesaugt von den Dämonen, die ihr Werk begannen, sobald ihre Opfer auf die Polster sanken.

„Iss nicht!“, wollte man ihnen zurufen. „Geh hinaus, schnell, sieh dich nicht um und vor allem: rühr keine Speise und keinen Trank an!“.

Für jeden, der sich mit Abgründen auskennt eine klare Sache; man nimmt nichts zu sich in der Vorhölle und in der Hölle schon gar nicht. Sobald man das tut hat man verloren. Kann nie wieder fort. Ich hatte das beherzigt. Und fuhr unbeleckt von Dämonen wieder hinauf in die Oberwelt, die schweren Tüten fest unter den Armen, mich nicht umblickend, ebenen Boden unter den Füßen, hinaus aus den Katakomben, hinein in das Licht und dort unter Gottes freiem Himmel blieb ich stehen.

Menschen, die nicht freundlich waren umspülten mich. Mir kam zu Bewusstsein, daß unter meinen Füßen Asphalt und erst darunter die Erde war. Und während ich einatmend kurz die Augen schloß, schob sich vor das Bild der mich umgebenden Stadt eine andere Wahrnehmung, die sich gleichsam über die Stadtszenerie lagerte; ich sah eine große Wiese, die Erhebungen des Bodens baugleich zur Stadt, der Himmel über den Gebäuden der gleiche, statt Straße jedoch Grashalme, sich glänzend dem Wind beugend, ab und zu ein großer Baum, Gestrüpp, weiter hinten ein trockenes Kiefernwäldchen.

Genau das war der Moment, in dem die Realität sich verabschiedete.

Ich muß an dieser Stelle vielleicht kurz erklären, daß ich mit Realitäten immer schon zu tun hatte. Ich weiß nicht, ob das der Anfang war, aber ich sehe mich als sehr normal aussehenden Jungen von vielleicht vier Jahren im Kindergarten in einem Kreis mit den anderen Kindern sitzen, wir alle singen „Aramsamsam, Aramsamsam“, warum auch immer, und klatschen dabei in die Hände und ich habe einen wunderschönen, langen Hundeschwanz. Also, eine Rute natürlich. In Hellbraun. Den sehen die Anderen nicht und auch das ist mir bewusst. Das macht die Sache ungewöhnlich, finde ich. Normalerweise reden Menschen von ihren Erscheinungen und werden früher oder später an Psychiater übergeben. Das habe ich aber nie getan, keine Ahnung warum. Vielleicht habe ich immer schon geahnt, daß selbiges die Angelegenheit verkomplizieren würde. Stattdessen freute ich mich an meinem schönen Hundeschwanz, wedelte die anderen Kinder damit an und rollte ihn mir beim Sitzen bequem am Steiß ein. Ich wußte, daß kein anderer ihn sah, ich wußte aber auch, das der Schwanz trotzdem da war und während der Sommermonate war ich der Einzige, der kein Problem mit Schmeißfliegen hatte.

Ansonsten war ich so normal wie die anderen. Vielleicht noch normaler. Ich biss nicht, bekam keine Wutanfälle, ich aß fast alles, las gerne Donald Duck, schrieb gute Schulnoten und war freundlich. Nach dem Hundeschwanz bekam ich Schneckenaugen am Stiel, was mir in der Schulzeit im Hinblick auf die Hefte meiner Sitznachbarn viel nützte. Mit elf Jahren hatte ich in sehr schnellem Wechsel einen Rüssel, Tentakel, Käferflügel, Saugnäpfe und ein Geweih. Und dann hörte es auf.

Ich wurde zwölf und ein anderes Körperteil forderte meine Aufmerksamkeit, was die nächsten Jahre auch so bleiben sollte. Irgendwann war ich erwachsen, studierte Gartenbauwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und entschloss mich später, zu promovieren, da ich keine Ahnung hatte, was ich außerhalb des Campus tun sollte. Ich hatte eine kleine Wohnung, keine Freundin und ein monatlich ausgezahltes Erbe meiner verstorbenen Eltern, die mir so ein Leben jenseits alltäglicher Sorgen ermöglichten. Für Natur hatte ich ein Auge, ich mußte zum Beispiel ein Pflanze nur ansehen und wusste, wie es ihr ging. Eine Fähigkeit, die mein Umfeld auch mitbekommen hatten.

„Ey, Daniel, Alter“, sagten sie, „was ist mit meiner Scheißgeranie los?“

Ich kam, nahm die Geranie ins Visier und betrachtete ihre gebückte, irgendwie kraftlose Haltung, das Grün ihrer Blätter hatte einen milchigen Stich, die ganze Pflanze war die Visualisierung eines Stöhnens und während ich ihr ein Blatt kraulte, stellte ich mich neben sie und konnte förmlich spüren, wie das ganze Ding sich vom Fenster weg wand. Ich blickte hinaus. Das Übliche, eine graue Hauswand, man konnte eine Ecke vom Hermannplatz sehen und ich überlegte kurz, ob die dort herum sterbenden Individuen das Problem wären, entschied mich aber dagegen, denn es handelte sich schließlich um eine Pflanze und es war ihr bei aller Sensibilität mit großer Sicherheit völlig egal, wer da wie vor sich hinstarb, solange ihr Topf unbeteiligt war -  Pflanzen sind da wie Menschen, aufbegehrt wird erst, wenn die Läuse am eigenen Stengel nagen. Was ich des Weiteren sah, war eine Leuchtreklame an der gegenüberliegenden Wand. Die war zwar jetzt aus, aber Nachts mit Sicherheit an und blinkte vermutlich. Damit war die Sache geklärt, die Geranie zog ans andere Fenster und lebte dort hoffentlich glücklich bis an ihr Lebensende. Nun war diese Fähigkeit zwar für Pflanzen und einige andere Lebensformen heilbringend, aber so richtig beeindruckend schien sie nicht zu sein, sonst hätte ich ja auch eine Freundin gehabt. In einer perfekten Welt hätten sie alle wie in dieser Deo-Werbung auf mich zu rennen müssen und rufen: „Daniel! Rette meine Strelitzie! Nein, meine zuerst! Ich liebe dich!“. Stattdessen war ich viel allein. Was vor allem an den Wochenenden nicht leicht war. An diesem Samstag hatte ich lange auf meine Yucca gestarrt und mich endlich dazu entschieden, ihr neue Erde, einen neuen Topf und später vielleicht noch eine Dusche zukommen zu lassen, denn sie hing mürrisch und schlaksig wie ein zu schnell gewachsener Teenager herum. Und so stand ich nun mit zwei schweren Tüten voll Blumenerde auf der Fußgängerinsel inmitten der Kreuzung am Walter-Schreiber-Platz. Um mich die große Stadt, in meiner Wahrnehmung überdeckt von Wiese und Bäumen.

„Lalalala!“, summte die sich entfernende Realität wohlgelaunt.

Die Umgebung, die sich über die Wirklichkeit schob, schien mir aus vergangener Zeit zu sein. Eine von Menschen ungeformte Welt. Ich griff die Tüten fester und machte mich auf den Weg nach Hause, vorbei am Bierpinsel, der, als ich ihn ansah, transparent wurde, anstelle des Turmes sah ich einen kreischenden Schwarm Stieglitze aufsteigen. Ich ging weiter. Was hätte ich auch sonst tun sollen? Hundeschwänze und verblassende Wirklichkeiten behält man besser für sich, es sei denn man ist der Anführer einer Sekte. Dann hätte ich aber bestimmt auch mindestens eine Freundin gehabt, wahrscheinlich eher viele. Ich bog in die Bergstrasse ein. Die Tüten schnitten schwer in meine Hände. Ich hielt an, setzte kurz ab und blickte auf. Vor meinen Augen lag eine Maulbeerplantage.

Ich blinzelte und die Bergstrasse war wieder da. Über beiden Ansichten stand schräg die Sonne, der Himmel war kühlblau und Wolken zogen schnell vorbei. Die beidseitig die Fahrbahn säumenden Bäume tänzelten im Sonnenlicht, ansonsten gab sich die echte Bergstrasse eher bescheiden, während die Maulbeerplantage aussah, wie die elysischen Felder selber oder wie aus einem Werbespot für irgendetwas, das mit Cerealien zu tun hat und in dem glückliche Familien in Gegenlicht und Natur viel lachen und man ärgert sich, weil man sieht, wie dämlich das ist und trotzdem könnte man heulen, weil ein Teil in einem auch inmitten einer großen Familie glücklich durch die Scheißfelder rennen will. Die Pflanzen funkelten im Wind, ihr Grün vergoldet von der Sonne, der Himmel so weit, die Welt so frei. Ich verspürte Unbehagen, ein leichtes Jucken an der Seele.

Als ich später zu Hause war, die Yucca sich nach dem Umtopfen ausstreckte und sehr frischgeduscht aussah, setzte ich mich ans Fenster und aß eine Banane. Essen ist bei mir kompliziert. Das liegt vor allem daran, daß ich irgendwann einmal eine Geschichte von Roald Dahl gelesen habe, in der jemand die akustische Frequenz von Pflanzen hören konnte. Die Schmerzensschreie einer Kartoffel, die gerade geschält wurde. Das verzweifelte Wehklagen eines Getreidefeldes, während des Mähens. Seitdem war ich appetitlos. Aber irgendetwas mußte man ja essen. Also ass ich fast alles, aber ungern und wenig und ich schob es hinaus, solange es ging. Während ich an der Banane kaute bemühte ich mich, an etwas anderes zu denken. In meiner Wohnung war es sehr still. Ich hörte gedämpft die Unterhaltung meiner Nachbarn. Der Versuch, sich vorzustellen, wie sie wohnten, scheiterte, mir fiel nichts ein. Ich hatte keine Ahnung von ihrem Leben. Sie natürlich auch nicht von meinem. Wahrscheinlich wußten sie nicht mal, daß es mich gab. Was irgendwie auch egal war. Aber ich mußte mir vorstellen, wie ich und all diese Menschen in ihren Wohnungen saßen und da vor sich hinlebten, jeder webte an seinem Leben herum, all diese Wohneinheiten, die ganze Stadt ein riesiger Kokon, ein summendes, belebtes Ding, exkrementären Dreck austropfend, ein giftiges Insektennest, gefährlicher noch als das von Hornissen. Ein großer, immer hungriger Kokon von Killern, denn das waren wir, das wurde mir gerade ganz klar, wir waren Killer, wir hatten die Wiesen unter Teer und Asphalt begraben, die Bäume gefällt, alles zerstört, was schön und sonnig war, wir hatten das Auenland geknechtet und zerstört. Das war es, was sich mir auf einmal vor die Realität schob: ich sah eine Erinnerung an die Welt, wie sie gewesen war, bevor wir uns über sie hergemacht hatten. Wie ein Phantomgliedmaß war noch ein transparenter Abdruck in der Luft, als atmete die Erde selber die Erinnerung aus. Die Stille im Zimmer wurde eng und ich schlüpfte schnell in meine Turnschuhe und ging hinaus. Ich ging einfach Richtung Osten, in die Innenstadt. So etwas tat ich oft. Von einem Ende der Stadt zum anderen, zwanzig, fünfundzwanzig Kilometer, ich war das gewohnt. Der Himmel war schneidend hell, kristallin das Weiß der Wolken, kraftvoll der Wind, die Sonne stach lange Lichtfäden in die Straßen und zog sich an ihnen spinnenartig über die Stadt, wie ein gewaltiges, göttliches Untier. An der Oranienburger Straße verschwammen die Häuser und ich sah an ihrer statt eine weite Fläche, deren sumpfige Oberfläche feucht glitzerte. Es war schön und ich wurde wütend. Ich werde sonst nicht leicht wütend. Ich kann mich eigentlich nicht erinnern, überhaupt jemals richtig wütend gewesen zu sein. Aber das hier war nicht richtig. Es war nicht richtig, daß da Häuser standen, sie hatten kein Recht, da zu stehen und Schatten zu werfen, sie sollten einstürzen, der ganze fette Kokon sollte zu Staub und Asche werden.

„Gottes freie Erde“, flüsterte ich, vielleicht ein bißchen lauter als ich dachte, denn eine Gruppe Japanerinnen sah mich an und normalerweise sieht mich nie jemand an.

„Gottes freie Erde“, sagte ich laut, als ich den ganzen Weg zurückgelaufen war, bis in die Domäne Dahlem und dort allein mit ein paar Pferden auf der großen Wiese stand. Die Pferde schnäubelten warm. Der Abend brach an. Ich wußte, was ich zu tun hatte. Ich streichelte das Gras und fühlte mich, als wäre ich nach jahrzehntelangen Irrfahrten zu Hause angekommen, Odysseus reloaded sozusagen. Aber im Gegensatz zu ihm fing meine Arbeit jetzt erst richtig an.

Zur Uni bin ich schon lange nicht mehr gegangen und ich vermute, das ist niemanden aufgefallen. Das macht aber nichts. Wir sind hier in einer großen Stadt. Was da jemand tut oder nicht, merkt meistens sowieso keiner. Aber meine Erfahrung an der Universität war trotzdem sehr nützlich, denn ich kenne die ganzen Anlagen in Dahlem und weiß, wo ich welches Saatgut oder auch mal eine besondere Pflanzenart finden kann, von Samen und Zwiebeln gar nicht zu reden. Das hört sich jetzt vielleicht ein bißchen verschroben an, aber ich bin mittlerweile fest davon überzeugt, daß die Pflanzen mich ausgesucht haben. Denn sie brauchen Unterstützung für ihr Vorhaben, das man wohl am ehesten als eine sanfte Revolution bezeichnen könnte. Um eine Stadt zu erobern, braucht man als Pflanze Hilfe und da komme ich ins Spiel. Die Sommerzeit ist günstig, denn viele Häuser und Gärten stehen jetzt ferienbedingt leer und in Wohnungen kommt man meist leichter herein, als man meint. In Gärten pflanze ich bevorzugt Dendrocalamus giganteus, auch bekannt als Riesenbambus.  Das ist sozusagen der Usain Bolt unter den Pflanzen, so schnell wächst er. Im Ernst, neulich bin ich in Zehlendorf an ein paar Villen vorbeigeschlendert, in deren Gärten ich vor ungefähr zwei Wochen den Dendrocalamus entfesselt habe und konnte neun Meter hohe Bambuswäldchen bewundern. Neun Meter! In Wohnungen und Kellern arbeite ich mit Sporen, Moosen, Flechten und Pilzen, vor allem Badezimmer pilzen schnell zu, besonders wenn man den Wasserhahn laufen lässt, gleiches gilt für Küchen und es schadet auch nichts, noch großzügig Schnecken, Spinnen- und Insektenlarven zu verteilen. Die Spree ist sehr anfällig was gewisse Algenarten betrifft und an einigen Stellen haben sich wirklich fast über Nacht richtige Teppiche gebildet, so dick daß man sich am liebsten darauf legen würde, wenn die Mücken und Schnaken nicht wären. Sehr stolz bin ich auf die Sache am Brandenburger Tor. Da half mir der Zufall, aber das kann er auch ruhig mal tun. Jedenfalls waren gerade irgendwelche Aufbauten und die Kranwägen hatte ihre Leitern bis hoch zur Quadriga ausgefahren. Nachdem auf mich nie jemand achtet, bin ich hochgeklettert und habe oben offene Säcke mit Erde und  Schweizer Efeu deponiert. Das Verrückte ist, daß der Efeu mittlerweile schon ein ganzes Stück an den Säulen herunter gewachsen ist und niemand hat es bemerkt. Aber ich bepflanze auch leerstehende Flächen. Zum Beispiel mit Kudzu. Das ist so ein japanischer Bodenwuschel, der sehr schnell große Areale bedeckt, wenn man ihn lässt.  Auf Baustellen, Fundamentgruben, Kleingartenanlagen und Sportplätzen lasse ich gerne Quecke von der Leine. Das ist ein rhizombildendes Gras und das bedeutet, es wächst nicht nur schnell, sondern webt noch dazu unterirdisch einen schwer aufhaltbaren Teppich der Vernichtung. Auf den Start- und Landebahnen des BER habe ich Nachts eine Schicht Erde ausgestreut und dann mit lockerer Hand Bohnensetzlinge geworfen. Die Landebahnen sind jetzt schon komplett grün, was natürlich am BER wirklich egal ist. Schulhöfe sind saisonbedingt leer und inzwischen voller Löwenzahn seit ich bei einigen mit einem Abbruchhammer Schneisen in den Asphalt schlug. Komplizierter war es, den Schimmelpilz im Reichstagsgebäude und in den Kellern der Konsulate loszulassen, aber es ist mir gelungen und ich konnte während meiner Kontrollgänge sehen, daß seine Verbreitung bereits deutliche Fortschritte gemacht hatte.

Der Herbst ist dieses Jahr ungewöhnlich warm und sonnig und nach einer kleinen Schleife durch den Zoo bin ich heute ins Bikini Hotel gegangen. Wie immer konnte ich unbemerkt auf das Dach gelangen, also nicht auf die Dachterrasse oder in die Monkey Bar, sondern das wirkliche Dach, noch ein Stockwerk über der Bar. Da habe ich mich hingesetzt und über die Stadt geguckt. Es war Nachmittag und das Licht war warm und golden, es gab gar keine schwarzen Schatten. Alle Schwärze war fort, nichts als rauchleichtes Licht und Gefunkel auf den Fenstern. Wohin ich blickte, konnte ich grüne Büsche auf Dächern sehen, überall in der Stadt wuchs und wucherte es. Ich saß auf der einzigen noch freien Ecke des Daches, das ich vor einer Weile mit offensichtlich hervorragend angewachsenem Wilden Wein bepflanzt hatte und wandte mich nach Westen. Die Sonne stand schräg und strich mir liebevoll mit in Basstönen vibrierendem Kupfergold über mein Gesicht. Ich war froh, daß die Realität verschwunden war und rollte meinen schönen, hellbraunen Hundeschwanz hinter mir ein, der irgendwann im Spätsommer wieder aufgetaucht war.

Das war der Anfang und ich war glücklich.

 

 

 

 

 

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